Der Gallenblasenmeridian 

(Abkürzung: GB)

(Polarität: Yang)

(Wandlungsphase: Holz)

Verlauf:

Vom Lateralen (seitlich der Mitte) Augenwinkel zieht der Gallenblasenmeridian zum Ohr, umkreist es bis zum Hinterkopf, von hier läuft es zurück zur Stirn und dann parallel der Mittellinie zum Nacken. Von dort aus läuft er über die Schulter nach vorn, auf der seitlichen Rumpfgegend zickzackartig zum Hüftgelenk, dann über die Außenseite des Oberschenkels, des Knies und des Unterschenkels abwärts, vor dem äußeren Knöchel vorbei, danach über den Fußrücken, und endet neben dem äußeren Ende der 4. Zehe.

In seinem Verlauf befinden sich insgesamt 44 Punkte, davon werden hier 20 besprochen.

 

GB 1

(Tongzilao) Pupillenknochenspalt

Lage: 0,5 Cun lateral des äußeren Augenwinkels
Angriff: Dieser Punkt wird mit dem Zeigefinger oder den Mittelgelenken der Finger angegriffen. Der Angriff wird von der Rückseite des Kopfes zur Vorderseite hin ausgeführt.
Auswirkung: Dieser Punkt ist schon bei einem leichten Angriff sehr gefährlich, denn es kann zu Gleichgewichtsstörungen, Übelkeit, Verlust der Erinnerung und Augenprobleme. Bei einem härteren Angriff kann auch der Tod eintreten.
Setup-Punkt: Dieser Punkt braucht keinen Setup-Punkt
Gegenmaßname: Massiere den selben Punkt in die entgegengesetzte Richtung mit leichten Druck. Ferner kannst Du noch den Punkt LG (Lenkergefäß) 26 direkt unter der Nase nach oben und hinten drücken.
Heilwirkung: Augenerkrankung, Schleier vor den Augen, Nachtblindheit und Kopfschmerzen.

GB 2                                                                                                                                       

(Tinghui) Versammlungspunkt für das Gehör

Lage: Bei geöffneten Mund in einer Mulde, hinter dem Gelenkkörper des Unterkiefers.
Angriff: Dieser punkt wird direkt in Richtung Kopfmitte angegriffen. Die besten Waffen dafür sind Zeigefinger-Mittelfingergelenkstoß. eine andere Variante ist die Tigerklaue oder die Dim Mak Klaue.
Auswirkung: Ein leichter Angriff verursacht Schwindel und Übelkeit. Ein starker Angriff kann zum Tot führen.
Setup-Punkt: Der beste Punkt ist Neigwan (Pericardium / Herzbeutel 6), den man direkt vor GB 2 angreifen sollte.
Gegenmaßname: Stoße mit Zeige- und Mittelfinger Magen 3 gleichzeitig auf beiden Seiten an.
Heilwirkung: Tinitus, Schwerhörigkeit, Ohrschmerz mit Eiterfluss, Zahnschmerz und Krämpfe der Kaumuskulatur.

GB 3

(Shangguan) Oberes Paßtor

Lage: Am oberen Rand des Jochbeinbogens vor dem Ohr, und über Magen 7. 
Angriff: Fast jede Angriffsart die direkt auf den Punkt geht wirkt. Am gefährlichsten sind allerdings Fingergelenk und Fauststöße.
Auswirkung: Schon ein leichter Angriff führt zu Unwohlsein, Schwindel, Orientierungslosigkeit und KO. Ein starker Angriff führt zum Tod.
Setup-Punkt: Neigwan (Pc 6)
Gegenmaßname: Keine. Versuche die Wiederbelebungsmethoden.
Heilwirkung Tinitus, Schwerhörigkeit, Kopfschmerz, Sehstöhrungen.

GB 8

(Shuaigu) 

Lage 1,5 Cun oberhalb der Ohrspitze
Angriff Es gibt nur einen Weg, direkt von der Seite in diesen Punkt.
Auswirkung Schon bei einem leichten Angriff, kommt es zu einem KO. Bei einem mittelstarken Angriff, verliert das "Opfer" außerdem noch einige seiner Sinne, was soviel bedeuten soll, er weiß weder wer er ist, noch wo er ist. Ein starker Angriff kann zum Tod führen.
Setup-Punkt Dreifacher Erwärmer 12 (3E12)
Gegenmaßname Massiere Blase 10 direkt und leicht nach oben.
Heilwirkung Benommenheit, Übelkeit, Erbrechen, Augenerkrankung, Schläfenkopfschmerz.

GB 9

(Tianchong) Die große Straße des Himmels

Lage 0,5 Cun hinter GB 8, und etwas weiter oben.
Angriff Direkt in den Punkt mit einem Fingergelenkstoß, oder der Handfläche.
Auswirkung Ein Bewußtseinsverlußt (KO) ist die geringste Folge, denn bei einem starken Angriff tritt der Tod ein. Dies ist einer der Energieabzugspunkte.
Setup-Punkt Neigwan (PC 6) nach oben angreifen, oder Magen 15 und 16 direkt angreifen.
Gegenmaßname Gallenblase 20 gleichzeitig nach innen und oben massieren.
Heilwirkung Krampfanfälle, Schreckhaftigkeit, und Kopfschmerz.

GB 14

(Yangbai) Die Weiße des Yang

Lage 1 Cun oberhalb der Mitte der Augenbraue
Angriff Aufwärtsführender Handballenstoß, direkter Angriff, oder Abwärtsführender Handballenstoß.
Auswirkung Bei einem direkten Angriff kann das Genick beschädigt werden. Bei einem Aufwärtsführenden Angriff wird dem Kopf zu viel "Yang" Qi zugeführt, was zu Symptomen wie Sonnenstich, Übelkeit, Bewußtseinsverlußt und eventuell auch zum Tod führen kann. 

Bei einem Abwärtsgerichteten Angriff wird dem Kopf die Energie entzogen, was zum KO führt.

Setup-Punkt Für einen direkten Angriff ist Neigwan die beste Wahl.

Für einen Aufwärtsgeführten Angriff (Energie zuführend) ist es wichtig, den Arm auf der äußern Seite zwischen Hand und Ellenbogen nach oben (Schulter) anzugreifen. Man kann auch die Innenseite des Arms nach unten angreifen.

Bei einem Abwärtsgeführten Angriff auf diesen Punkt (Energie abführend), sollte man sich genau entgegengesetzt des Aufwärtsführenden Angriffs verhalten.

Gegenmaßname Bei einem "Energiezuführenden" Angriff, schlage beidseitig auf GB 21, und führe eine Abstreichung mit den Handkanten über den Trapezius bis zur Schulterkuppe aus. Dies sorgt dafür, das die Überschüssige Energie aus dem Kopf gelangt.

Wenn ein "Energieabführender" Angriff ausgeführt wurde, mußt Du GB 20 nach innen und oben massieren. Ferner solltest Du LG 20 (Lenkergefäß) nach unten Drücken (Pumpen).

 

 

 

 

 

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Stand: 15. Januar 2012